Jemand hat sich dir anvertraut — wie kannst du unterstützen?
Die Person muss nicht „gerettet“ oder zu einer bestimmten Entscheidung gedrängt werden. Zuhören, ernst nehmen und Selbstbestimmung respektieren sind oft die wichtigsten ersten Schritte.
Was hilft?
Zuhören
Lass der Person Zeit und Raum, in ihrem eigenen Tempo zu erzählen — oder auch nicht.
Glauben und ernst nehmen
Zweifel oder Nachfragen nach Beweisen können zusätzlich verletzen.
Nicht urteilen
Weder über die Situation noch über die Reaktion der Person danach.
Entscheidungen respektieren
Auch wenn du selbst anders handeln würdest — die Entscheidung liegt bei der Person.
Fragen, was gerade gebraucht wird
Zuhören, ablenken, praktische Hilfe? Das kann sich von Tag zu Tag unterscheiden.
Praktische Unterstützung anbieten
Etwa Begleitung zu einer Beratungsstelle oder Hilfe beim Recherchieren von Angeboten.
Was sollte ich vermeiden?
Manche gut gemeinten Fragen können wie eine Rechtfertigung verlangen. Eine Alternative daneben zeigt, wie es auch gehen kann.
- Nicht
„Warum bist du mitgegangen?“
Besser„Wie geht es dir gerade damit?“
- Nicht
„Warum hast du so viel getrunken?“
Besser„Wie geht es dir gerade damit?“
- Nicht
„Bist du sicher?“
Besser„Ich glaube dir. Willst du mir mehr erzählen?“
- Nicht
„Du musst sofort zur Polizei.“
Besser„Es ist deine Entscheidung, was als Nächstes passiert — ich unterstütze dich dabei.“
Hilfreiche Sätze
- „Danke, dass du mir das erzählst.“
- „Ich glaube dir.“
- „Du musst heute nichts entscheiden.“
- „Wie kann ich dich gerade unterstützen?“
Was, wenn ich selbst überfordert bin?
Auch als Angehörige*r oder Freund*in kann dich das Erzählte stark beschäftigen. Auch du kannst Beratung in Anspruch nehmen — ohne vertrauliche Details der anderen Person unnötig weiterzugeben.